More Broken Pieces

More Broken Pieces

Bereits 2023 durften wir uns – angeleitet durch die aus Israel stammende Glas- und Performancekünstlerin Alexandra Ben-Abba – damit auseinandersetzen, wie Zerbrochenes, wie Broken Pieces, wieder zusammengefügt werden können. Am Internationalen Holocaust Gedenktag 2023 nahm sie im partizipativen, genreübergreifenden Projekt Bezug auf den ganz besonderen Ort, die Herklotzgasse 21 im 15. Wiener Gemeindebezirk, und bot Teilnehmenden die Gelegenheit, sich sowohl mit kollektiven, als auch individuellen Lebensbrüchen auseinander zu setzen.

Im Juni 2024 war sie wieder im Rahmen des Erinnerungsprojektes Herklotzgasse 21 in Österreich zu Gast und führt ihre Performance unter einem neuen, tragischen Aspekt fort: Die Ereignisse des 7. Oktober 2023 haben die Welt erschüttert, der resultierende Krieg neue Traumata hervorgebracht. Während wir uns noch mitten im Prozess befinden, alte,  transgenerationale Traumata zu überwinden, geschehen neue, schreckliche Ereignisse. 

Neben der Teilnahme an der Performance in der Herklotzgasse 21 in 1150 Wien am 23.6.2024 bestand auch die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Workshop in 1230 Wien, am Standort der ehemaligen Synagoge Atzgersdorf am 21.6.2024 sowie an 2 weiteren, an Sozialen Einrichtungen angebotenen Workshops.

Woher nehmen wir also die Resilienz, um weiterzumachen? 
Wie kann aus dem Scherbenhaufen Versöhnung und ein friedvolles Miteinander entstehen? Kann Kreativität, kann Kunst, dem Auseinanderdriften von Ideologien, dem steigenden Antisemitismus, dem „Verlust der Welt“ (wie Inge Rowhani-Ennemoser, Tochter der Haubesorgerin der Herklotzgasse 21 die November-Pogrome der 30er Jahre beschrieb), entgegenwirken?

Ben-Abba schloss an ihre Glasperformance an, indem sie ihr aktuelles Projekt Until their Return mit nach Wien brachte. Seit November des Vorjahres finden sich Tag für Tag vorwiegend Frauen vor der Knesset in Jerusalem ein, um gemeinsam ein Band zu den Entführten des 7. Oktober zu knüpfen. Das gemeinsame (Finger-)Stricken als kreative, einfache manuelle Tätigkeit, erlaubt es, Ruhe zu finden und im Zusammenkommen Kraft zu schöpfen, weiter für ein friedliches Miteinander einzutreten.

Die Workshops und Performances erlaubten es Teilnehmenden – musikalisch begleitet durch Herbert Könighofer – die Scherben als solche wahrzunehmen, gemeinsam zu reflektieren und das Zusammenkommen und die kreative Tätigkeit als ein mögliches Tool im Umgang mit Erlebnissen, die schier unüberwindbar erscheinen, zu erleben.

Performances und Workshops wurden unterstützt durch:

Hier einige Eindrücke von den Veranstaltungen, Fotos © Steffi Dittrich:

Performance | Herklotzgasse 21:

Workshops am Standort der ehemaligen Synagoge Atzgersdorf, 1230 Wien sowie in den Sozialen Unternehmen GESA, St. Pölten und sprungbrett, 1150 Wien: